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1. Workshop des GI-Arbeitskreises „Langlebige Softwaresysteme (L2S2)“

Thursday, 15 October 2009

"Design for Future - Langlebige Softwaresysteme"

15/16. Oktober 2009

FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe

Programm

Das vollständige Programm steht zum Download bereit: Programm DesignForFuture2009

Wichtige Termine

  • 01.09.2009: Einreichung von Beiträgen
  • 25.09.2009: Annahme / Ablehnung
  • 05.10.2009: Abgabe druckreife Version
  • 15./16.10.2009: Workshop

Inhalte und Ziele

Software altert auch! Dieses Problem ist vor allem bei großen betrieblichen Informationssystemen unter dem Begriff Legacy bekannt und wird sich in Zukunft noch weiter verschärfen. Zum einen gewinnen eingebettete Systeme immer größere Bedeutung, in denen aufwändige Software in langlebigen technischen Geräten eingesetzt wird. Zum anderen macht die steigende Vernetzung von Systemen in großen Anwendungslandschaften die Situation zunehmend komplexer. Diese Probleme haben enorme ökonomische Bedeutung. Wissenschaft und Industrie sind aufgefordert, neue Methoden der Softwaretechnik zu entwickeln, um die erheblichen Investitionen in große Softwaresysteme zu schützen und massive Probleme durch steigende Software-Erosion zu verhindern.

Aktuelle Ansätze in der Softwaretechnik, insbesondere in den  Bereichen Softwarearchitektur, Requirements Engineering und Reengineering, können dazu beitragen, die Situation zu verbessern, wenn sie geeignet weiterentwickelt und angewandt werden. Der neu gegründete Arbeitskreis „Langlebige Softwaresysteme (L2S2)“ der GI Fachgruppe Softwarearchitektur hat sich zum Ziel gesetzt, Wissenschaftler und Praktiker im deutschsprachigen Raum zusammenzubringen, die an diesen Themenstellungen Interesse haben. Im 1. Workshop des Arbeitskreises sollen die oben geschilderte Entwicklung, Erfahrungen hierzu sowie Lösungsansätze sowohl aus praktischer als auch aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet werden.

Insbesondere zu der folgenden, nicht abschließenden Liste von Themenbereichen werden Beiträge erwartet:

  • Anpassbarkeit und Evolution
    • evolutionsfähige Software-Architekturen
    • Anpassbarkeit von Anwendungen an wechselnde Plattformen, sich verändernde Anforderungen und Randbedingungen
    • Koevolution zwischen Anforderungen, Architektur und Implementierung
    • Variabilität auf Anforderungs- und Architekturebene wie z.B. in Produktlinienansätzen
  • Reengineering
    • Verfahren zur Erkennung von Legacy-Problemen und ihrer Ursachen
    • Metamodelle für die Integration von Wissen über Software
    • modellbasiertes Reengineering und Refactoring bestehender Systeme
    • Modellextraktion durch Programmverstehen
  • Entwicklungs-, Betriebs- und Wartungsmethoden
    • modellbasierte und architekturzentrierte Methoden und Techniken für (die Integration von) Entwicklung und Betrieb langlebiger Softwaresysteme
    • Business-IT-Alignment und geschäftsorientierte Evolution der IT
    • Lebenszyklus-übergreifendes Anforderungsmanagement
    • Roundtrip-Engineering, integrierte Entwicklung auf Modell- und Codeebene
    • virtuelle Maschinen zur Erzielung von Plattformunabhängigkeit
    • kooperative Entwicklungsmethoden, Kommunikations- und Kooperationswerkzeuge und Entwicklungsumgebungen, die die enge Zusammenarbeit von Domänenexperten, Anwendern und Softwareentwicklern unterstützen
  • Qualitätsmanagement
    • Qualitätsanforderungen an langlebige Softwaresysteme
    • Qualitätsbewertung langlebiger Softwaresysteme
    • Qualitätssicherung beim Betrieb langlebiger Softwaresysteme

Einreichung von Beiträgen

Praktiker und Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Entwicklung von Konzepten, Methoden oder Werkzeugen zur Erstellung, Wartung bzw. Weiterentwicklung langlebiger Softwaresysteme tätig sind, werden gebeten,  PDF-Beiträge im Umfang von max. 12 Seiten im LNI-Format (http://www.gi-ev.de/service/publikationen/lni/) einzureichen. Eingereichte Beiträge sollten den Bezug zum Thema des Workshops klar herausstellen. Die akzeptierten Beiträge werden elektronisch als CEUR Workshop Proceedings veröffentlicht.

Für die Einreichung selbst wird das System EasyChair verwendet. Der Zugang ist unter http://www.easychair.org/conferences/?conf=designforfuture2009 freigeschaltet. Bitte beachten Sie, dass zur Einreichung von Beiträgen ein EasyChair-Account benötigt wird. Bitte folgen Sie dem zuvor genannten Link für weitere Anweisungen. Falls Ihnen die Nutzung von EasyChair Probleme bereiten sollten, können sie auch die Einreichung an momm(at)fzi.de richten.

Anmeldung

Bitte nutzen Sie für die Anmeldung zum Workshop das folgende Anmeldeformular.

Die Teilnahmegebühr beträgt 70€, für GI- oder VKSI-Mitglieder gilt ein ermäßigter Beitragssatz von 50€. Bitte geben Sie bei der Anmeldung die entsprechende Mitgliedsnummer an. Als Zahlungsoptionen stehen Vorkasse per Überweisung oder Barzahlung vor Ort bei der Registrierung zur Auswahl.

Bankverbindung für Überweisung der Teilnahmegebühr:

Empfänger: FZI Forschungszentrum Informatik
Baden-Württembergische Bank
Kontonummer: 7495502910
BLZ: 60050101
Verwendungszweck 1: WS-L2S2
Verwendungszweck 2: [Name] + [Vorname], z.B. MommChristof

Veranstaltungsort, Anreise und Unterkunft

Der Workshop findet am 15./16.10.2009 am FZI Forschungszentrum Informatik, Haid-und-Neu-Str. 10-14, Karlsruhe statt. Details zur Anreise finden Sie hier.

Programm

Eckdaten: Das Programm beginnt am 15.10 um 12:00 Uhr und endet am 16.10. um 13:15 Uhr, wobei am 15.10. ein gemeinsames Abendessen in der Hoepfnerburg stattfinden wird.

Das vollständige Programm steht zum Download bereit: Programm DesignForFuture2009

Inhaltlich werden beide Tage jeweils mit einer Keynote eingeleitet. Als Keynote Speaker haben bereits zugesagt:

  • Henning Butz, Leiter des Entwicklungsbereichs „Information Management & Electronic Networks“ bei Airbus Deutschland GmbH, Hamburg zum Thema

    "Eingebettete Software in Flugzeugsystemen lebt lange und sicher. Wie macht sie das, trotz sinkender Lebens(er)haltungskosten?"

    Abstract: Seit gut 25 Jahren werden Flugzeugsystemfunktionen - exponentiell zunehmend – durch Software realisiert. Mitte der 80ger Jahre verarbeiteten Bordcomputer 5-10 MBite Code, heute sind es mehr als 600 MBite. Die lange Lebensspanne von Flugzeugen bedingt notwendigerweise eine entsprechende Nachhaltigkeit der implementierten Software, trotz deutlich kürzerer Lebenszyklen der zugrunde liegenden Rechner- und Informationstechnologie. Die Flugzeugsystemtechnik hat demgemäss Entwicklungsprozesse, -plattformen und Technologien hervorgebracht, die sowohl die Wiederverwendung, wie auch die Modifikation und Erweiterung von Softwarefunktionen auf hohem Sicherheitsniveau und komplexer Interoperabilität zuverlässig gewährleisten. Der Beitrag stellt diese Verfahren und Techniken vor und diskutiert notwendige F&T Aufgaben, um die bestehende Qualität flugtauglicher Softwarefunktionen auch zukünftig nachhaltig zu gewährleisten.

 

  • Dr. Uwe Dumslaff, Vorstand der Capgemini sd&m AG, München zum Thema

    "Application Life Cycle Management: Langlebige betriebliche Informationssysteme entwickeln, warten und pflegen"

    Abstract: Für betriebliche Informationssysteme wird jeden Tag mehr Code in den Betrieb genommen als abgestellt. Eine Mischung aus Host-Systemen, Client-Server- und Web-Anwendungen sowie erste Resultate der diversen SOA-Programme prägen Anwendungslandschaften von Unternehmen und Organisationen. Der Fortschritt in der Wartung und Pflege von Anwendungen hat große Fortschritte sowohl in der Theorie als auch in der Praxis gemacht. Aber das Verhältnis von 20% Entwurfs- und Baukosten zu 80% Betriebs- und Pflegekosten macht deutlich, dass hier hinreichend Bedarf für weitere Verbesserungen ist. Jeder eingesparte Cent in der Betriebs- und Pflegephase kann für Innovationsprojekte eingesetzt werden, die uns alle voranbringen. Wartung und Pflege mittelmäßig strukturierter Anwendungen hemmt den Fortschritt!
    Ähnliche, aber bei weitem komplexere Anforderungen kommen auf der Abstraktionsebene der Anwendungslandschaften auf uns zu. Die in den letzten Jahren dominierenden serviceorientierten Architekturprinzipien haben das Bauen forciert, aber weitere noch nicht gelöste Wartungsprobleme generiert. Bleiben sie ungelöst, werden sie durch die nächste Entwicklung hin zu SaaS (Software as a Service) und Cloud Computing noch verstärkt werden. Deutliche Indikatoren für die Qualitätsdefizite findet man  in der industriellen Praxis  durch die wegen der Wirtschaftskrise verstärkten Anfragen nach der Auslagerung von ganzen Teilen einzelner Anwendungslandschaften.
    Eine Antwort aus der industriellen Praxis auf  die Herausforderungen einer kontinuierlichen Wartung und Verbesserung von Anwendungen und Anwendungslandschaften ist das Application Life Cycle Management. Hierbei geht es um das Denken und Gestalten sowohl auf Anwendungs- als auch auf Anwendungslandschaftsebene nach Prinzipien des modernen Software Engineering. Der Vortrag wird zeigen, wo wir heute stehen und wieviel Handlungsbedarf für Forschung und Industrie noch bestehen, um zukünftig langlebige Anwendungen und Anwendungslandschaften zu entwickeln und über lange Zeit zu pflegen.

Workshopleitung:

Ralf Reussner, FZI, Uni Karlsruhe (TH)

Programmkomiteevorsitz:

Gregor Engels, s-lab, Uni Paderborn

Organisationskomitee:

Christof Momm, FZI, Uni Karlsruhe (TH)
Stefan Sauer, s-lab, Uni Paderborn

Programmkomitee:

Manfred Broy, TU München
Michael Goedicke, Uni Duisburg-Essen
Ursula Goltz, TU Braunschweig
Andrea Herrmann, TU Braunschweig
Christof Momm, FZI, Uni Karlsruhe (TH)
Florian Matthes, TU München
Barbara Paech, Uni Heidelberg
Klaus Pohl, Uni Duisburg-Essen
Andreas Rausch, TU Clausthal
Ralf Reussner, FZI, Uni Karlsruhe (TH)
Matthias Riebisch, TU Ilmenau
Stefan Sauer, s-lab, Uni Paderborn
Klaus Schmid, Uni Hildesheim
Andreas Winter, Uni Oldenburg
Heinz Züllighoven, Uni Hamburg