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Vorwort zur ersten Auflage

Vordergründig beschäftigt sich das Gebiet der Software-Architektur mit der Strukturierung von Software-Systemen. Genauer betrachtet behandeln allerdings Software-Architekten die systematische Umsetzung von Software-Anforderungen in Software-Implementierungen, also eine der zentralen Aufgabenstellungen der Software-Technik. Folgerichtig sind mit dem Thema Software-Architektur weitere Themen eng verzahnt, wie z. B. die systematische Behandlung von Qualitätsanforderungen an die Software, die geplante Wiederverwendung von Software-Artefakten oder die Planung einer schrittweisen Migration und Integration von Software-Systemen. Für all diese Aufgaben ist die explizite Beschreibung der Architektur eines Software-Systems unerlässlich. Zufälliges »Refactoring« eines nur partiell oder schlecht bis gar nicht geplanten Software-Systems reicht für diese oben genannten Herausforderungen der Software-Technik nicht aus.

Die Behandlung dieser zentralen Fragen der Software-Technik erklärt wohl die große Resonanz auf den 2004 gegründeten Arbeitskreis Software-Architektur. Nachdem die Idee eines GI-Arbeitskreises, der sich mit Software-Architekturen in allen Facetten auseinandersetzt, auf der ECOOP 2003 in Darmstadt geboren wurde und man sich rasch der Unterstützung der GI-Fachgruppe zur objekt-orientierten Software-Entwicklung versichern konnte, fand das Gründungstreffen im Februar 2004 im OFFIS (Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Informatik-Werkzeuge und -Systeme) statt. Weitere Treffen folgten 2004 und 2005 am Hasso-Plattner-Institut (Potsdam), an der Universität Ausgburg und an der Universität Erlangen. Diese Treffen dienten neben dem allgemeinen fachlichen Austausch insbesondere der Koordination der Autoren und der Abstimmung der Handbuch-Kapitel. Die Webseite des Arbeitskreises zeigt die vielfältigen Konferenzen und Workshops, die mit Beteiligung des Arbeitskreises organisiert wurden, sowie die dort angegebene Mailingliste des Arbeitskreises, deren bis heute anhaltendes Wachstum das ungebrochene Interesse an dem Thema belegt.

Das selbst gesteckte Ziel des Arbeitskreises, das Handbuch der Software-Architektur, liegt vor Ihnen. Das Inhaltsverzeichnis zeigt durch die Breite des Themenspektrums die vielfältige Beschäftigung mit dem Thema Software-Architektur im deutschsprachigen Raum in Industrie, bei Dienstleistern und in der Forschung. Mit dem Anspruch einer nach Möglichkeiten umfassenden Behandlung des Themas stellt dieses Handbuch – neben Nachschlagewerk, strukturierter Einführung und Referenzensammlung – daher auch einen Schnappschuss des »state of the art« des Einsatzes in der Praxis und der Behandlung in der Forschung im deutschsprachigen Raum dar.

Alle Autoren der einzelnen Kapitel sind Mitglieder des Arbeitskreises Software-Architektur und beschäftigen sich seit mehreren Jahren intensiv mit dem Thema Software-Architektur, dabei oft in mehr als einer der Rollen als Software-Architekt oder Berater in der Praxis oder als Wissenschaftler in den Bereichen Lehre, Forschung und Technologietransfer.

Neben den Autoren haben viele am Erscheinen dieses Handbuches mitgewirkt. An erster Stelle ist Steffen Becker und Simon Giesecke für die unermüdliche technische Unterstützung mit LaTeX und den anderen Werkzeugen sowie Beratung der Autoren und Herausgeber zu danken. Weiterhin danken wir Klaus Krogmann für die Umsetzung diverser Manuskripte in LaTeX. Christa Preisendanz unterstützte beim dpunkt.verlag von Anfang an tatkräftig das Handbuch-Projekt und betreute fachkundig das Lektorat. Ursula Zimpfer führte ein sehr sorgfältiges Copy Editing durch, das dann mit Unterstützung von Reiner Jung und Manuela Wüstefeld effizient umgesetzt werden konnte. Allen sei dafür herzlich gedankt.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises sind tief betroffen und sehr traurig, dass eines ihrer ersten Mitglieder, Herr Prof. Mario Jeckle, das Erscheinen dieses Handbuches nicht mehr erlebt. Er verstarb im Juni 2004 tragisch als Helfer bei einem Verkehrsunfall. Die Herausgeber, Autoren und Mitglieder des Arbeitskreises widmen ihm dieses Handbuch.

Oldenburg, im Januar 2006

Ralf Reussner

Wilhelm Hasselbring